SUV-Komfort trifft auf Pick-up-Funktionalität – 1,3-Liter-Turbomotor, 4x4-Antrieb und moderne Vernetzung
Mit dem Niagara erweitert Renault sein internationales Modellprogramm um einen Pick-up, der speziell für die Märkte Lateinamerikas entwickelt wurde. Das Modell basiert auf der RGMP-Pick-up-Plattform und verbindet nach Angaben des Herstellers Merkmale eines C-Segment-SUV mit den funktionalen Eigenschaften eines Pick-ups. Der Niagara ist zunächst für Brasilien, Argentinien und Kolumbien vorgesehen und soll später in weitere lateinamerikanische Märkte exportiert werden. Die Montage erfolgt im Werk Santa Isabel in Argentinien.
Der Niagara ist zugleich das erste Modell der internationalen Produktoffensive im Rahmen der Renault-Strategie „futuREady“. Renault plant, bis 2030 insgesamt 14 neue Modelle außerhalb Europas auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig soll der Anteil elektrischer und hybrider Antriebe am internationalen Modellangebot auf 50 Prozent steigen. Renault kündigt bereits an, dass die RGMP-Pick-up-Plattform später auch die Grundlage für einen Hybridantrieb bilden soll.
Pick-up mit SUV-orientiertem Konzept
Renault positioniert den Niagara nicht ausschließlich als Nutzfahrzeug. Das Konzept zielt vielmehr auf eine breitere Nutzung im Alltag, bei Freizeitaktivitäten und im beruflichen Umfeld. Hintergrund ist die Entwicklung des lateinamerikanischen Pick-up-Marktes, auf dem die Fahrzeuge zunehmend auch als Privatfahrzeuge eingesetzt werden. Komfort, Innenraumtechnik und Ausstattung gewinnen dadurch an Bedeutung, während Ladefähigkeit und Geländetauglichkeit erhalten bleiben sollen.
Optisch kombiniert der Niagara typische Pick-up-Merkmale mit Elementen aus dem SUV-Bereich. Die Front ist von einem aufrecht stehenden Kühlergrill und einer hohen Motorhaube mit ausgeprägten Linien geprägt. Das Renault-Schriftzeichen ist zentral im schwarzen Grill platziert und weist eine pixelartige Chromoptik auf. Voll-LED-Scheinwerfer mit schwarzer Einfassung, eine spezifische Tagfahrlichtgrafik und LED-Nebelscheinwerfer ergänzen die Frontgestaltung. Schutzverkleidungen und ein Unterfahrschutz sollen die besonders exponierten Karosseriebereiche bei Fahrten abseits befestigter Straßen schützen.
Mit einer Länge von 4,94 Metern beziehungsweise 4,91 Metern bei der 4x2-Ausführung und einer Höhe von 1,72 Metern verfügt der Niagara über die Abmessungen eines ausgewachsenen Pick-ups. Je nach Variante kommen 17- oder 18-Zoll-Räder zum Einsatz. Die Kabine und die Ladefläche sind gestalterisch stärker miteinander verbunden als bei klassischen Pick-up-Konzepten. Dazu trägt unter anderem die C-Säule mit integrierten hinteren Türgriffen bei. Am Heck ist der Modellname in die Heckklappe eingeprägt; die schwarze Querleiste wird optisch durch die Rückleuchten verlängert. Dachträger und ein optionaler Überrollbügel ergänzen die funktionale Ausrichtung.
Innenraum mit 10,1-Zoll-Multimedia-Display
Beim Innenraum setzt Renault auf eine stärker an SUV-Modellen orientierte Gestaltung. Das Cockpit verfügt über eine horizontal ausgelegte Instrumententafel mit einem zentralen 10,1-Zoll-Bildschirm und einem 10,2 Zoll großen digitalen Kombiinstrument. Ein elektronischer Gangwahlschalter schafft zusätzlichen Platz auf der Mittelkonsole. Für Smartphones steht eine kabellose Lademöglichkeit zur Verfügung.
Je nach Ausstattung gehören unter anderem gepolsterte Oberflächen, schwarze Akzente an Türen und Lüftungsdüsen sowie eine Ambientebeleuchtung mit bis zu 48 Farben zum Programm. Für die Vordersitze ist eine elektrische Verstellung erhältlich. Die Rücksitzbank kann um 25 Grad nach hinten geneigt werden. Renault gibt für die Beinfreiheit im Fond bis zu 200 Millimeter Kniefreiheit an. Hinter der zweiten Sitzreihe befindet sich außerdem ein 36 Liter großes Staufach, das über die umklappbare Rücksitzbank zugänglich ist.
OpenR link mit Google Gemini
Ein Schwerpunkt des Niagara liegt auf der Vernetzung. Das OpenR-link-System mit integriertem Google nutzt einen 10,1-Zoll-Touchscreen und unterstützt sowohl Android Auto als auch Apple CarPlay – jeweils kabelgebunden und kabellos. Zu den integrierten Google-Diensten gehören unter anderem Google Maps und der Google Play Store.
Eine Besonderheit ist die Integration des Sprach- und KI-Assistenten Google Gemini. Renault beschreibt Gemini als weiterentwickelte Alternative zum bisherigen Google Assistant, die auch natürlich formulierte Dialoge und komplexere Aufgaben ermöglichen soll. Die genaue Verfügbarkeit einzelner Funktionen kann dabei von Markt und Ausstattung abhängen.
Über die My-Renault-App können außerdem Wartungsinformationen und Servicetermine verwaltet werden. Das System kann Nutzer nach Herstellerangaben über anstehende Wartungen informieren und die Terminvereinbarung mit dem Renault-Händler unterstützen.
Umfangreiche Assistenz- und Parksysteme
Zum Assistenzangebot des Niagara gehören unter anderem eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-Go-Funktion, Geschwindigkeitsbegrenzer, Spurverlassenswarner und Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung sowie eine Müdigkeitserkennung. Ein automatischer Notbremsassistent soll bei erkannter Kollisionsgefahr warnen und bei ausbleibender Reaktion eine Bremsung einleiten können.
Ergänzt wird das Paket durch einen Totwinkelwarner. Für das Rangieren stehen Parksensoren vorne und hinten, eine seitliche Einparkhilfe sowie Rückfahr- und 360-Grad-Kamera zur Verfügung. Ein automatisches Parksystem unterstützt beim Einparken. Der Querverkehrswarner für den Rückwärtsverkehr kann bei entsprechender Kollisionsgefahr ebenfalls in den Bremsvorgang eingreifen. Ein Ausstiegsassistent warnt vor herannahendem Verkehr beim Öffnen der Türen.
1,3-Liter-Turbomotor mit bis zu 160 PS
Beim Antrieb setzt Renault auf einen 1,3-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung, der je nach Markt auch für den Betrieb mit Flex Fuel ausgelegt ist. In der 4x2-Version stehen 115 kW beziehungsweise 156 PS zur Verfügung, während die 4x4-Variante 120 kW beziehungsweise 160 PS leistet. Das maximale Drehmoment beträgt jeweils 270 Nm.
Die im Ausgangstext genannte Motorisierung mit 1,5 Litern ist damit zu korrigieren. Renault führt den Niagara in der aktuellen Produktinformation mit dem 1,3-Liter-Turbomotor.
Für die Kraftübertragung stehen ein Sechsgang-Schaltgetriebe und ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung. Das sogenannte EDC arbeitet mit einem elektronischen Gangwahlschalter. Je nach Ausführung wird die Kraft an die Vorderachse oder an beide Achsen übertragen.
Das Fahrwerk wurde speziell auf den Einsatzbereich des Niagara abgestimmt. An der Hinterachse kommt eine Mehrlenker-Konstruktion mit angepassten Federn und Stoßdämpfern zum Einsatz. Renault gibt an, damit die Eigenfrequenz der Karosseriebewegungen um 30 Prozent reduziert zu haben. Ziel ist ein Fahrverhalten, das stärker an einen Pkw beziehungsweise SUV erinnert, ohne die für einen Pick-up erforderliche Robustheit aufzugeben.
Vier belüftete Scheibenbremsen übernehmen die Verzögerung. Elektronische Bremsfunktionen unterstützen das System insbesondere bei längeren Gefällestrecken und in Regionen mit großen Höhenunterschieden.
938 Liter Ladevolumen und 654 Kilogramm Zuladung
Die Ladefläche des Niagara bietet nach Renault-Angaben ein Volumen von 938 Litern und eine maximale Zuladung von 654 Kilogramm. Eine verschiebbare Rollabdeckung schützt das Ladegut vor Witterungseinflüssen und ermöglicht gleichzeitig den Zugang zur Ladefläche.
Die Heckklappe ist 1.030 Millimeter breit und 615 Millimeter hoch. Acht Verzurrösen dienen zur Sicherung von Ladung. Eine 12-Volt-Steckdose auf der Ladefläche ermöglicht den Anschluss elektrischer Geräte. Hinzu kommt ein in die Heckklappe integrierter Getränkehalter.
Die maximale Anhängelast gibt Renault mit 710 Kilogramm an. Damit liegt der Fokus des Niagara weniger auf besonders hohen Anhängelasten als auf der Kombination aus Ladefläche, Alltagstauglichkeit und Geländeeigenschaften.
Allradantrieb für unterschiedliche Einsatzbedingungen
Für bestimmte Varianten ist ein Allradantrieb erhältlich. Das System verteilt die Antriebskraft abhängig von der Fahrsituation zwischen Vorder- und Hinterachse. Unter normalen Bedingungen wird der Niagara über die Vorderräder angetrieben; bei nachlassender Traktion kann Drehmoment an die Hinterachse übertragen werden.
Über einen Drehschalter lassen sich unterschiedliche Fahrprogramme anwählen. Dazu gehören je nach Markt beziehungsweise Ausführung Modi für Eco, Comfort, Sport, Smart und Geländeeinsatz. Für schwierige Untergründe stehen zusätzlich Einstellungen für Schlamm und Sand sowie Offroad beziehungsweise Terrain zur Verfügung.
Die Bodenfreiheit beträgt bei der Allradversion 233 Millimeter und bei der 4x2-Ausführung 223 Millimeter. Der angegebene Böschungswinkel liegt bei 22,1 Grad für den Allrad-Niagara und 22,3 Grad für die Version mit Zweiradantrieb. Damit unterstreicht Renault die Auslegung des Pick-ups für den Einsatz auf unbefestigten und anspruchsvolleren Strecken.
Teil der internationalen Renault-Offensive
Mit dem Niagara baut Renault sein Angebot außerhalb Europas weiter aus. Neben dem Kardian und dem Boreal gehört der Pick-up zu einer Modellgeneration, mit der die Marke insbesondere in Lateinamerika wachsen will. Brasilien, Argentinien und Kolumbien bilden die wichtigsten Zielmärkte; weitere Länder sollen später folgen.
Der Niagara wird dabei nicht als europäisches Modell mit nachträglicher Anpassung für Lateinamerika positioniert, sondern wurde für die dortigen Anforderungen entwickelt und in der Region produziert. Die Fertigung erfolgt im argentinischen Werk Santa Isabel. Renault bezeichnet den Niagara als einzigen Pick-up seiner Klasse, der lokal gebaut wird. Diese Aussage ist als Herstellerangabe einzuordnen.
red/Renault/09/2026







